Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis statt egoistischen Corona-„Spaziergängen“

Die RAG Ostwürttemberg von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. trägt die folgende Unterschriftenaktion mit und bittet Sie um Ihre Unterstützung:

Zur Petition auf  Campact.de

Seit fast zwei Jahren befinden wir uns in einer Pandemie und zurzeit spitzt sich die Situation erneut zu. Die Situation in den Krankenhäusern ist konstant angespannt, Pflegekräfte sind völlig überlastet. Neben denen, die an der Virusinfektion leiden und sterben, gibt es diejenigen, denen aufgeschobene medizinische Behandlungen zum Verhängnis werden. Auch Einzelhandel und Gastronomie leider unter enormen Umsatzeinbrüchen. Viele KünstlerInnen leiden unter den sinkenden BesucherInnenzahlen. Wir alle nehmen Einschränkungen auf uns, um gemeinsam miteinander aus der Pandemie zu kommen.

Ausgerechnet in dieser Zeit gehen in Schwäbisch Gmünd, Aalen und anderen Orten im Ostalbkreis sogenannte „Corona Spaziergänger“ auf die Straße – ohne Masken und ohne Abstand und tragen weiter zu einer Verbreitung des Virus bei.

Wir wenden uns mit dieser Petition an die große stille Mehrheit, weil wir es leid sind, dass diese „Corona-Spaziergänger“ lärmend durch unsere Innenstadt ziehen. Wir sind es leid, dass diese lärmende Minderheit durch ihre regelmäßigen öffentlichen Auftritte ein fiktives Bild von öffentlicher Dominanz erzeugen.

Seit Beginn der Pandemie gibt es weltweit über 5,5 Millionen Corona-Tote. In Deutschland sind bis heute 114.000 und im Ostalbkreis 491 Menschen an Covid-19 verstorben (Stand 11.01.2022). Allein in den letzten Wochen haben sich die Infektionszahlen mit der Omikron-Variante innerhalb von nur einer Woche verdreifacht. Solidarität mit ungeimpften Menschen in dieser Zeit bedeutet, sich impfen zu lassen – gerade auch für die Kinder und für diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können – und NICHT der Schulterschluss mit rechten Esoterikern, Verschwörungsanhängern, Coronaleugnern und Neonazis von AfD bis NPD, die einen diktatorischen Umsturz des Staates herbeifantasieren.

Diejenigen die sich aktuell auf den Straßen versammeln sind eine Minderheit die ihre Augen vor der Realität der Pandemie verschließt. Ihr vermeintlicher Freiheitskampf ist nichts anderes als getarnter Egoismus. Diesen Menschen geht es nicht um tragfähige gesellschaftliche Lösungen für alle Menschen. Diesen Menschen geht es ausnahmslos um sich selbst und darum, dass sie ihr Leben für andere nicht einschränken wollen.

Auch wir sind müde von den Maßnahmen, sie verlangen gerade den Ärmsten und Schwächsten in unserer Gesellschaft das meiste ab. Seien es Menschen in beengten Wohnverhältnissen, seien es Kinder, Senioren, Menschen mit Behinderung, Familien oder Alleinerziehende. Auch wir sind müde von der Pandemie jedoch ändert dies nichts an ihrer brutalen Realität.

Eine solidarische Gesellschaft muss die Bedürfnisse aller im Blick haben und nicht nur die eigenen!

Dass es auch anders geht, zeigten ganz praktisch die zahlreichen solidarischen Initiativen, die von Beginn der Pandemie an in Schwäbisch Gmünd, Aalen und anderen Orten im Ostalbkreis entstanden sind:

· Aktionen von dem deutschen Roten Kreuz, der Jugendarbeit, den Bezirksämtern und zahlreichen Ehrenamtlichen Heferinnen, die Einkaufs-, Hilfs- und Kontaktangebote für Seniorinnen und in Quarantäne befindliche Personen umgesetzt haben.

· Aktionen von MusikerInnen die während des Lockdowns vor die Pflegeheime gingen und dort für die SeniorInnen gesungen und musiziert haben um ihnen zu zeigen, dass sie in dieser Zeit nicht alleine sind.

· Die Installation der Künstler Marios Pergialis und Anthony di Paola die im Schwäbisch Gmünder Münster symbolisch die Corona Toten sichtbar gemacht und ihnen gedacht hat.

· Die erst in dieser Weihnachtszeit überbrachten Spenden und Dankesgrüße an alle Beschäftigten des Stauferklinikums in Mutlangen.

· Die zahlreichen persönlichen und unermüdlichen Eigeninitiativen der Menschen im Kleinen: von NachbarInnen, FreundInnen, KollegInnen die sich gemeinsam unterstützt haben – sei es in Fragen der Kinderbetreuung, sei es bei Besorgungen des alltäglichen Bedarfs, sei es in der Hilfe von älteren Mitmenschen beim Umgang mit digitalen Impfanmeldungen und Zertifikaten, oder der stärkende Austausch mit anderen und die Unterstützung bei der Verarbeitung persönlicher Ängste und Verluste von Angehörigen, FreundInnen oder Bekannten.

· Und nicht zuletzt alle die seit Beginn der Pandemie an ihrer Bekämpfung und Behandlung arbeiten (im Gesundheitswesen, im Sozialbereich, in den Schulen etc.) sowie die mittlerweile über 217.000 Menschen im Ostalbkreis die sich haben impfen lassen.

Daran gilt es für uns anzuknüpfen. Das ist die solidarische Mehrheit.

Die vermeintliche Stärke der CoronaleugnerInnen liegt darin, dass sie auf der Straße präsent sind, während sich die Mehrheit der Bevölkerung an die Kontaktbeschränkungen hält. Die Coronaleugner sind eine Minderheit. Helft mit, dies auch in diesen Zeiten deutlich zu machen:

· Unterstützt diese Petition und helft mit sie weiterzuverbreiten!

· Beteiligt Euch am dezentralen Aktionstag am Montag, den 24.01.2022:

Hängt Transparente, oder Schilder aus Euren Fenstern und Balkonen, klebt Schilder in Eure Fenster oder stellt Kerzen im Fenster auf. Macht davon Fotos und veröffentlicht sie unter dem Hashtag: #solidarischesmiteinanderostalb oder schickt uns die Fotos bis zum 27.01 per Mail an:

An die EinzelhändlerInnen, Gastronomen und an die Stadtverwaltungen: Schaltet um 19 Uhr die Lichter in Euren Lokalitäten und die Straßenbeleuchtung aus – andere Städte haben es vorgemacht.

· Kommt zur Kundgebung am Montag, den 31.01.2022 um 18 Uhr in Schwäbisch Gmünd. Mit Abstand, mit Maske und Test (Ort wird noch bekannt gegeben).

Gegen den Egoismus und Individualismus der „QuerdenkerInnen“ und Corona- „SpaziergängerInnen“ – Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis!

 


 

 

Aalen braucht keine „Querdenker“, „Reichsbürger“ und Corona-Leugner

Erklärung des Netzwerks für Demokratie Ostalb zur Corona-Demonstration am 28. 11. 2020 in Aalen:

Am Samstag, 28. November soll in Aalen eine Demonstration und Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen von Bund und Land stattfinden. Ursprünglich von den „Querdenkern“ angemeldet, sind den Organisatoren inzwischen die Hälfte der geplanten Redner abhandengekommen, nachdem bekannt wurde, dass sich das Führungspersonal von „Querdenken“ heimlich mit „Peter dem Ersten, König von Deutschland“, einer schillernden Figur aus der rechtsextremen „Reichsbürger“-Szene, getroffen hatte. „Querdenken“ ist seither abgetaucht, stattdessen haben nun anonyme „Bürger aus Aalen (und) Heidenheim“ das Heft übernommen – alter Wein in notdürftig geflickten Schläuchen.

Wie die Erfahrung mit „Querdenken“-Demonstrationen in anderen Städten zeigt, geht es dabei vor allem um schrille Töne und die demonstrative Missachtung von Corona-Auflagen. Sie fühle sich „wie Sophie Scholl“, rief eine „Querdenken“-Rednerin in Hannover in offener Verhöhnung der NS-Opfer, zu denen sich die „Querdenker“ am liebsten selbst stilisieren möchten. Sie geben sich als Verteidiger der Grundrechte, nennen das Infektionsschutzgesetz ein neues „Ermächtigungsgesetz“ und zeigen offen ihre Verachtung für die parlamentarische Demokratie, zuletzt mit dem versuchten Sturm auf das Reichstagsgebäude und – von AfD-Abgeordneten ermöglichten – Pöbeleien im Deutschen Bundestag.

Manches davon verfängt. In der Tat schränken die staatlichen Maßnahmen zur Eingrenzung der Corona-Pandemie bestimmte Grundrechte ein (Freizügigkeit, Versammlungs- und Berufsfreiheit etc.) – auf Zeit, in engen Grenzen, entlang des Prinzips der Verhältnismäßigkeit sowie unter der Aufsicht von Gerichten. Darüber kann und muss man diskutieren. Es gibt kein Patentrezept, was in einer Pandemie sinnvoll und was angemessen ist – unterschiedliche Meinungen zu haben ist daher völlig legitim.

Aber jede Auseinandersetzung um Corona und Grundrechte hat zuallererst einen grundlegenden Sachverhalt zu respektieren: Es gibt auch das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit! In einer Pandemie können diese Grundrechte in einen Konflikt zueinander geraten, denn das Virus „ernährt“ sich von menschlichen Begegnungen. Wie immer man zu einzelnen Maßnahmen stehen mag – es geht dabei immer um die angestrengte und angemessene Abwägung zwischen diesen Werten und Rechten.

Wer dies leugnet, zeigt damit nur ein äußerst taktisches Verhältnis zu eben jenen Grundrechten, auf die man sich doch lauthals beruft. Der Schulterschluss zwischen „Querdenkern“ und „Reichsbürgern“ sowie die hohe Anziehungskraft der Corona-Demonstrationen auf Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker kommen nicht von ungefähr: Es geht den Corona-Leugnern letztlich nicht um die Grundrechte, sondern um die Delegitimierung unseres demokratischen Gemeinwesens.

Im Stimmengewirr der Corona-Debatten geht manchmal der Überblick verloren. Das Netzwerk für Demokratie Ostalb tritt dafür ein, unsere demokratischen Institutionen in ihrem Bemühen um einen vernunftgeleiteten Umgang mit der Pandemie zu stärken.

Aus diesem Grund wird das Netzwerk für Demokratie am 28. November auf dem Wochenmarkt in Aalen mit einem Dialogtisch in der Nähe des Marktbrunnens (an der Ecke zur Gmünder Straße) von 9:00-12:00 Uhr präsent sein und lädt herzlich zum Gespräch und Austausch ein.

Das Netzwerk für Demokratie im Ostalbkreis ist ein Zusammenschluss verschiedenster Akteure, um ein Bewusstsein für das Privileg der Demokratie zu schaffen und aufrecht zu erhalten. In regelmäßigen Treffen werden Aktionen geplant und vorbereitet um dem gemeinsamen Ziel näherzukommen.

 

 


 

Aktionstag am 9. Mai 2020: 75 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus – Für Demokratie! Für Vielfalt! Gegen rechte Gewalt!

Eine Aktion des Netzwerks Demokratie Ostalb:

 


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