Hakenkreuz über der Akropolis – Der lange Schatten der Vergangenheit

By | 8. Februar 2020

Veranstaltung am 27. Januar 2020 in der Stadtkirche Aalen

 

Nach dem Kriege haben wir die ersten Deutsch­en hier wieder in den fünfziger Jahren gesehen. Es waren Schmetterlings-sammler aus dem Schwä­bischen. Wir haben sie bei uns bewirtet und be­her­bergt. Sie sind jedes Jahr wiederge­kom­men. Aber was sich hier im Krieg abgespielt hat, das wussten sie nicht, und das haben wir ihnen auch nie erzählt.“

Im April 1941 überrennt die Wehrmacht Griechen­land und überzieht seine Bewohner mit brachialer Ge­walt. Die Deutschen plündern das Land rück­sichts­los aus, verursachen eine Hyperinflation und eine Hungersnot, der 300.000 Griechinnen und Griechen zum Opfer fallen. Sie vernichten die griechischen Juden. Dem zunehmenden Wider­stand begegnen sie mit Massakern an wehr­losen Dorf­bewohnern, vom Säugling bis zum Greis. Als sie 3 ½ Jahre später abziehen, hinter­lassen sie ein verwüstetes, ein geschundenes Land. Oft sind es reguläre Wehrmachtseinheiten, die diese Kriegs­verbrechen begehen. Nicht einer der Täter wird sich nach dem Krieg vor deutschen Gerich­ten dafür verantworten müssen.

Heute wissen wir viel über den Holocaust und man­ches über den Vernichtungskrieg „im Osten“. Aber die deutsche Besatzung Griechenlands bleibt zumeist ein blinder Fleck auf unserer histori­schen Landkarte. Die Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des National­sozialismus sollte an diese Leidenszeit erinnern.

 

 

Mitschnitt:

1 – Asma Asmaton – Hohelied (Mauthausen-Kantate)      (Liedtext)  

2 – Begrüßung Pfarrer Bernhard Richter

3 – „Über das Dunkle ist zu schweigen“

4 – Andonis (Mauthausen-Kantate)       (Liedtext)

5 – Einmarsch

6 – Kreta

7 – Raub

8 – Hunger

9 – Holocaust

10 – O Drapetis – Der Flüchtling (Mauthausen-Kantate)      (Liedtext)

11 – Widerstand

12 – Berichtsweg

13 – Kalavryta

14 – Distomo

15 – Edelweiß

16 – Ama teliosi o polemos – Wenn der Krieg zu Ende geht (Mauthausen-Kantate)      (Liedtext)

17 – Strafverfolgung

18 – Entschädigung

19 – Das ferne Echo

20 – Kourastika na se Krato – Ich kann dich nicht mehr ertragen & Zugabe       (Liedtext)

 

Mitwirkende:

 

Begrüßung: Pfarrer Bernhard Richter
(Stadtkirche Aalen)
Sprecher:

Phillip Dürschmied
Tonio Kleinknecht
Angela Vogelsang
Michael Fitzner
(Theater der Stadt Aalen)
(Theater der Stadt Aalen)
(Bürgerchor Aalen)
(Bürgerchor Aalen)
Musikensemble KINISIS:

Ermioni Spathi
Kristina van Deyk
Ioannis Wlachos
Georgios Ambrazis
Anastasios Kadis
Dimitrios Siozios
Nikolaos Zigouris
Dimitrios Tatakis
(Leitung, Gesang)
(Gesang)
(Gesang)
(Gesang)
(Bouzouki)
(Bouzouki)
(Bouzouki)
(Gitarre)
Konzeption und Text:

Herma Geiß
Rüdiger Walter
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.
Veranstalter:

Evangelische Kirchengemeinde Aalen
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. RAG Ostwürttemberg
Bündnis Aufstehen gegen Rassismus Aalen

Das Deutsch-Griechische Kulturforum KINISIS e.V. aus Offenbach versucht, einen kulturellen Beitrag zu leisten, indem es Veranstaltungen rund um die griechische Musik, Tanz, Poesie und Kunst organisiert. Kinisis bedeutet Bewegung. Kinisis hat das Ziel, Menschen – egal welcher Herkunft – durch die Sprache der Musik und der Poesie zu verbinden. Dies geschieht zum größten Teil durch Chor, Orchester und die Tanzgruppe. In der Zukunft wird auch eine Theatergruppe hinzukommen. Das Kulturforum KINISIS ist auch in anderen Bereichen tätig. So organisiert es außer Konzerten auch Kunstausstellungen. Diese Veranstaltungen finden meistens im Rhein-Main-Gebiet statt.

Die Mauthausen-Kantate ist ein Zyklus von vier Liedern: Asma Asmaton – Andonis – O Drapetis – Ama teliosi o polemos.
Der Text stammt von Iakovos Kambanellis, die Musik komponierte Mikis Theodorakis.
Der griechische Autor Iakovos Kambanellis (1922-2011) war Gefangener Nr. 10.205 im Konzentrationslager Mauthausen. 1965 schrieb er ein Buch und Gedichte über die Zeit, die der griechische Komponist und Widerstandskämper Mikis Theodorakis vertonte.

 

Presse:

Schwäbische Post, 29. 1. 2020:

Aalener Nachrichten, 29. 1. 2020: